TEP Energy GmbH
Rotbuchstr. 68Ausgangslage:
Im Sinne einer vorausschauenden Energie- und Ressourcenpolitik stellt sich zunehmend die Frage nach einem adäquaten Umgang mit Dämmmaterialen in Gebäuden im Fall eines Rückbaus oder Neubaufbaus von entsprechenden Gebäudeteilen. Gegenwärtig gibt es wenige Untersuchungen zu den derzeit und künftig anfallenden Dämmmaterialien, in welchen Verbundkombinationen diese auftreten, und wie diese künftig zu rezyklieren sind.
Zielsetzung:
In der vorliegenden Vorstudie wird in einer Relevanzanalyse die Ist-Situation der Dämm-materialien im Schweizer Gebäudepark erfasst. Das Mengengerüst der derzeit an-fallenden Dämmmaterialien wird quantifiziert und die vorhandenen Recycling- und Entsorgungswege und –kapazitäten analysiert. Zudem werden mögliche Risiken beim Rückbau sowie bei Recycling- und Entsorgungswegen beurteilt und problematische Stoffflüsse identifiziert.
Fazit:
Aufgrund der langen Verweilzeiten im Gebäudebestand fallen heute erst relativ geringe Mengen an Dämmmaterial aus Rückbau und Sanierungen an. Es ist jedoch mittel- bis langfristig mit stark ansteigenden Mengen zu rechnen. Um diese künftig bewältigen zu können, müssen sowohl beim Rückbau der Materialien als auch bei der Entsorgung dieser Abfälle neue Strategien entwickelt werden. Im Vordergrund steht dabei die vermehrte Rückführung in die Produktion.
Bei der Entsorgung werden heute vor allem die Verschnitte aus dem Neubau und Sanierungen in die Produktion zurückgeführt, während Material aus dem Rückbau vor-wiegend den KVAs zugeführt wird. Die Mitverbrennung von EPS, XPS und PUR in Müllver-brennungsanlagen bietet geringe Anforderungen an Sauberkeit und Fremdstoffanteil, geringe Transportwege, Rückgewinnung von Energie, sowie Ausschleusung von Hexabromcyclododecan (HBCD) aus dem Materialkreislauf. Der Nachteil ist jedoch, dass die Grundstoffe EPS/XPS zerstört und nicht mehr in den Materialkreislauf zurückgeführt werden können.
Bei dem stofflichen Recycling von Dämmmaterialien aus dem Rückbau braucht es grundsätzlich weitere Anstrengungen seitens der Branche. So versucht man auf europäischer Ebene neue Lösungsansätze im Bereich der Aufbereitung der organischen Dämmmaterialien zu entwickeln. Auch bei den mineralischen Dämmmaterialien sind Produzenten bestrebt, die Verwertungsquote zu erhöhen.
Der veröffentlichte Schlussbericht zu diesem Projekt kann hier bezogen werden.
Dass dieses Thema am Zahn der Zeit liegt, zeigt auch der Artikel zu dieser Studie in der Zeitschrift hk gebäudetechnik (3/2017/März, S. 63-65), welcher hier zur Verfügung steht.